Fosen 2016

21 Jun

Ein kurzer Bericht zu unserer 2-wöchigen Tour nach Mittelnorwegen

Da Pfingsten in diesem Jahr sehr früh war, konnten wir nicht wie üblich an unser Reiseziel in den Bergen Hedmarks aufbrechen. Da waren die Seen leider noch zugefroren. Also gings ans Meer – auch schön! Das Ziel war Fosen in Mittelnorwegen.

Über Schweden gings nach Norwegen. Die Zwischenübernachtung an der Glomma in Koppang war sehr fein! Schöne Hütte, alles sauber, perfekt organisiert. So, wie man es sich nach 2 Tagen im Auto wünscht!

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Es ging zu guter letzt dann noch über den Trondheimsfjord… Bei strahlendem Sonnenschein! Noch…

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Am Ziel angekommen wurde es dann gegen Abend langsam ziemlich bewölkt. Ein erster Uferangelversuch wurde durch strömenden Regen beendet. Biss aber außer Mini-Pollack ohnehin nichts.

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Der nächste Tag, der 17. Mai , war dann RICHTIG schlecht. Schneeregen. Na super.

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Wir wurden von unseren Vermietern zu Kuchen, Wein und Kaffee eingeladen. War ja immerhin Nationalfeiertag. Heia Norge! HURRA HURRA HURRA! Bei Schneeregen tat vor allem der heiße Kaffee gut…

5Gefeiert wurde im wohl schönsten Gapahuk, den ich je gesehen habe! Was für ein Ausblick!

Inklusive Fähnchen natürlich…

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Nach der Feierei zogen wir nochmal los – warm eingepackt. Außer kleineren Forellen um die 25 und eiskalten Fingern aber nix zu holen. 4Auch am nächsten Tag gings durch den Schnee.6Vorbei an einem eher skeptischen Fuchs. Ein tolles Tier!5

Am Bergsee angekommen erwies sich auch dieses Gewässer als noch etwas zu kalt. Teilweise noch zugefroren.3Eine Stufe weiter unten wieder nur kleine Forelle. Naja…Abends gabs dafür Elch-Watching vom FEINSTEN!2Direkt vom Wohnzimmerfenster aus…1

Nach noch mehr Elchen am nächsten Tag und nem Geburtstagsausflug für ‚Muttern’…1…gings wieder zum Uferangeln. Parkplatz für Angler – wo sind wir hier denn??!! Sowas gibts jenseits des Polarkreises, wo wir sonst sind, definitiv nicht!2

Das Ergebnis: Tolle Sonnenuntergänge. Sonst: Nichts. Ist eben nicht Nordnorwegen 😉

4Auch keine Meerforellen am Straumen…3

So ging auch dieser Tag zu Ende.5Am nächsten Tag wagten wir uns ebenfalls hinauf auf den Berg. Forellen ohne Ende, um die 30.

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Und eine Mördertour über Stock & Stein!

5Tags darauf durch Sumpf, bis wir unsere Socken in den an sich ziemlich dichten Bergschuhen förmlich auswinden konnten. Und das bereits beim Aufstieg!

76Oben angekommen – wieder zugefrorene Seen…Aber einer war zumindest zur Hälfte frei. Wieder Forellen, aber nichts Berauschendes…

23Dafür wars ne TOLLE Wandertour! Einfach genial. Kein Haus, kein Mensch. Nichts.1

Auch der nächste See, der Sagatjönna, brachte endlos Forellen! Nur schöne Exemplare! 2Schöner gehts kaum! Diese PRACHT!1Danach wurde noch der schönste Gapahuk Fosens am Laksvatn besichtigt.

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Und dann klappte es doch noch mit der Meerforelle! Wir hatten schon an uns gezweifelt! In der Nähe der besten Lachsgewässer, Straumen ohne Ende…Da MUSSTE doch was gehen! 😀 Brüderchen schlug zu!

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Bei regionalem Bier und Snus wurde dann noch Fachlektüre begutachtet und sich richtig gefreut. Jede Sekunde des Fangs wurde nochmal durchgegangen. Man kennt das ja 😉7Der letzte Tag begann sogleich mit einem — TATTTAAAA — Saibling! Ein schlanker Bursche, wie der Fänger.

1Was dann folgte, ist mir nach wie vor nicht geheuer. Seit vielen Jahren ist unsere Leidenschaft das Süßwasserangeln auf Forellen und Saiblinge in Norwegen. Aber dass es nach diesem verregneten Urlaub noch zu etwas kommen sollte?! In einem kleinen Moorweiher biss der FISCH MEINES LEBENS!2Ohne Worte. Komplett ohne Worte. Wie dieser Saibling auf Mini-Muscheln (Mageninhalt, in einem kleinen Moorweiher, wohlgemerkt!!) so fett und groß werden konnte. Ein Rätsel. In dieser Gegend wird nicht besetzt, der größere See liegt hinter einem Bergrücken. Wers mir erklären kann – immer her damit! Köder: Neonfarbener Spinner mit vorgeschalteter  Trockenfliege.4Mein Angeljahr ist gerettet. Ob ich so einen Fisch jemals wieder fangen werde, ich weiß es nicht. Aber ich hatte zumindest das unfassbare Glück, es erleben zu dürfen.

5Dann ging es wieder über den Trondheimsfjord nach Hause. Bis wir im August wieder von Niederbayern nach Nordnorwegen aufbrechen. Sees snart kjære Norge! Wir sehen uns – so die Gøtter wollen – bald wieder! ❤ Und wer weiß, was dann auf uns wartet… 🙂

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A bad day of fishing is better than a good day of work.

18 Jan

Wir mussten also Abschied nehmen. Wie schnell die Tage zerfließen, wenn man im Urlaub ist. Unfassbar.

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Schneehühner sagten uns „Farvel“! Die müssen wohl wissen, dass wir den Jagdschein NOCH nicht haben… 😛

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Zurück über Schweden, mit einer kleinen Stärkung in Gällivare bei „Husmans“. Lecker Souvas, eine samische Spezialität, gegessen. Sehr zu empfehlen, dieses geräucherte und gebratene Rentierfleisch. Echt fantastisch!

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Welcher Nordland-Fahrer kennt sie nicht, die endlosen Baustellen? 20 km Sandstrasse mit vollgepacktem Auto – JIPPIE!

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In Karesuando zur Zwischenübernachtung angekommen. Leider finden wir trotz intensiver Suche keinen vernünftigen Campingplatz in dieser Gegend. Wenn jemand nen Tipp hat, immer her damit!

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Am nächsten Tag gings ausgeschlafen weiter nach Finnland.

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Nochmal RICHTIG shoppen in Kilpisjärvi. Bier, Fleisch, Milchprodukte, etc. Alles, was in Norwegen dann wieder empfindlich teuer oder qualitativ mies wird. Ach – und die Sonderangebote des hiesigen Sportladens wurden auch wieder ausgeschöpft 😉

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Finnischen Schweinebraten aus der Wärmetheke packten wir natürlich auch wieder für die Brotzeit ein – Glück gehabt, Jungs!

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Hinunter an den Lyngenfjord, bereits auf neuer Straße! Eine fantastische Strecke, oder?

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Am Ziel in Nordreisa angekommen wars dann so kalt, dass der Ofen herhalten musste. August halt 😉

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Opulentes Frühstück zur Stärkung – Polarbrød mit Räucherforelle.

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WAAAAS? Nö, oder??

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Rein ins T-Shirt und rauf auf den Berg! Unten schimmert der Reisafjord.

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Da KÖNNTE man den Saibling beissen sehen…die Betonung liegt auf „könnte“…

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Bis auf ein paar kleine, wohl verbuttete Saiblinge war leider nichts zu holen.

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Traumhaft wars trotzdem! Im Hintergrund hier die Lyngsalpen und der Lyngenfjord.

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Moltebeeren gabs – immerhin!

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Ja is denn heut scho Herbst?

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Die Beeren gabs nach getaner Wanderung gleich als Dessert.

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Die abendlichen Versuche auf Meerforelle brachten nur Dorsche. Auch ok.

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Raus auf den Reisafjord – mit unserer schnellen Nussschale.

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Auch in kleinen Booten kann man große Fische fangen 😉

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Mein Rekordsteinbeißer – 5, 5 Kilo. Der altbewährte Platz lieferte wieder einmal.

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Sie bekam auch was von den Fischresten ab.

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Am nächsten Tag liefs – naja – bescheiden. Nach ca. 2 Stunden Angelei sah die Fischkiste so aus:

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Aber der Angeltag ist erst beendet, wenn der Haken in der Kiste ist…

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TRAUM-MEERFORELLE aus dem Reisafjord!!!

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Und es blieb nicht bei einer 😉 Brüderchen schlug ordentlich zu!

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Steinbeißer in Kapernbutter zum Abendessen. Mjamm!

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Apfelstrudel für unsere „Freunde/Vermieter“…

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Hyttekos mit Kerzenlicht.

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Weissbier? Wohl nur auf dem Ettiket! Sauteuer, aber Schaum und Geschmack wie Apfelschorle! Grauslig!

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Auf zur Wanderung im Kvænangen…

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Bergsee vom Feinsten.

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Da die Wanderung nur 1 Forelle brachte, mussten wir Abends nochmal raus aufs Meer.

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Das Wasser in unserer kleinen Bucht kochte – und dazwischen jagten einige Räuber, wie dieser dicke Dorsch!

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Abendstimmung am Fjord.

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Filetieren in der „Mitternachtssonne“, naja…ne Lampe wäre nicht schlecht. Luxus ist anders 😉

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Gemütlichkeit PUR

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Finnische Blutwurst – sehr zu empfehlen!

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Finnisches Bier – ebenfalls gut trinkbar! Und hey, saucoole Dose, oder?

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Ausflug nach Skjervøy…Alle Birken waren abgestorben und die Landschaft sah wahnsinnig karg aus. Ein Käfer, der alle paar Jahre wütet, war laut Norwegern Schuld daran.

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Beautiful Skjervøy – der Charme einer Sowjetsiedlung!

„It was like hiking into a Hemingway story; everything was sepia-toned and bristling with subtext“

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Zur Stärkung brachte uns unsere Freundin ihren exzellent gedünsteten Wal vorbei. Könnte ich jeden Tag essen! Ein Schmaus!

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Da fängt man zu träumen an…

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Auch diese Tage waren vorüber – wir mussten uns von unseren norwegischen „Großeltern“ verabschieden. Inzwischen sind wir eine Familie, wir haben so einiges miteinander erlebt. Glück und Trauer. Wenn ich so bei ihnen auf der Couch sitze, ist es wie bei Oma und Opa Kaffee zu trinken. Ich habe sie wirklich wahnsinnig gern. Zuckersüße Menschen! Leider über 3000 km entfernt 😦

Klasse, wenn man da mit fast 80 noch beginnt, Emails zu schreiben 😉

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Am Lyngenfjord entlang nahmen wir nach einem harten Abschied Kurs auf die Vesterålen!

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Zur Stärkung gabs wie immer PØLSER – alltid en tier for en wiener 😉

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Auf den Vesterålen angekommen! Abendessen: Rekerbrød mit der wohl schönsten Aussicht der Welt, auf die Lofoten.

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Zu Besuch kamen als Dessert doch tatsächlich ORCAS!!!! 4-5 Tiere schwammen langsam an unserer Terrasse vorbei. In 30 Jahren Norwegen haben wir DAS noch nicht erlebt! Es lohnt sich immer wieder, mit offenen Augen durch Norwegen zu reisen.

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Det er håp i hengende snøre!

13 Jan

Da waren wir also wieder in unserem Paradies am Polarkreis.

Und das geliebte Nordland begrüßte uns mit Sonnenschein und strahlend blauem Himmel!

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Am Røssvatnet vorbei, hinauf zum Grytind.

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Nach 3 Tagen Fahrt sind die Beine einer Bürotante noch ziemlich schwer, aber das mit der Fitness wird nach spätestens 2 anstrengenden Tagen schon wieder…

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Mit unseren Freunden, die uns bereits erwarteten, gings über reißende Flüsse.

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Welch ein Ausblick!

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#Sommerurlaub

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Brotzeit inmitten von Fels und Schnee – schmeckt besonders gut 😉

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Die Ruten wurden ausgeworfen – natürlich auch während der Brotzeit. Und dann passierte es! Am ERSTEN Urlaubstag! Der Traumfisch biss! Unser Spezl drillte und uns zitterten die Knie, bis der Bursche im Kescher war!

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Ein dicker, fetter Fjellsaibling in den schönsten Farben dieser Erde hatte uns ein fantastischen Urlaubsstart beschert!

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Wie wir es schon oft gelesen hatten, scheinen Bergsaiblinge für nur kurze Zeit in einen regelrechten Fressrausch zu geraten. Sind sie das nicht, kann man sich auf den Kopf stellen. Die zeigen dir den Mittelfinger und würde lieber verhungern, als deinen Köder zu nehmen.

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Doch dieses Mal waren wir zur rechten Zeit am rechten Ort. Wir alle konnten einen landen und am Ende marschierten wir mit 5 Traumfischen wieder ins Tal!

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Auf dem Rückweg hatte jemand vor dem steinigen Anstieg seine Stiefel abgestellt. Keine blöde Idee, bei dem sumpfigen Terrain! Mit Namen und Adresse hatte er sie auch versehen – ein kluger Wanderer aus Tärnaby!

 

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Abends gings dann mit schon arg müden Füßen nochmals zu einem anderen Bergsee. Erneut mit Erfolg.

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Was für ein Tag 🙂

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Kartenstudium  – wo solls morgen hingehen?

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Tag 2 war dann leider nicht mehr so sonnig…

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Im Regen, total durchgefroren. Endlich aber bissen im glasklaren Wasser eines seichten „Tümpels“ dann doch ein paar Fischlein.

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Das Abendessen – gerettet 😉

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Gekochte Forellen mit Meerrettich.

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Tag 3: Es ging auf den „Hausberg“

 

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Und da waren die Forellen auch größer geworden, als die letzten Jahre. Was ist nur los?

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Aufwärmen im Gapahuk.

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Wenn dieses 2015 so weitergehen sollte … Das kann ja heiter werden! 🙂

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Abends gabs Braten von der Bergziege mit Knödel – unfassbar gut!

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Tag 4: Tour auf der Nordlandsruta. Mittlerweile haben sie dafür sogar schon Schilder!

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Wo ist die Sonne?

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Die Sonne wurde wohl von Mückenschwärmen verdunkelt. Kaum auszuhalten – da hilft nicht einmal mehr uraltes Autan mit ordentlich Giftwirkstoffen…

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Tag 5: Erneut wartet ein Teil der Nordlandsruta auf uns.

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Abstecher vom Weg lohnen sich oftmals. Hier fischt wohl niemals jemand.

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DA ist er, der blaue Himmel!

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Und schon war er wieder da, der Regen 😉

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Den Forellen wars egal – die hatten trotzdem Mords-Appetit!

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Forelle gebraten – ein Gedicht. Diesmal gabs sogar „Gemüse“ 😉

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Tag 6 führte uns erneut zum „Hausberg“ und wir trafen auf Kollegen unseres vorherigen Abendessens 😉

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Grüne Hölle

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Und – es regnete…Ich war komplett durchgefroren. Gut, wenn da der Flachmann im Gepäck ist 😉

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Trocknungsversuche im Gapahuk

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Am Ende wurde das frieren dann doch belohnt.

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Diese Forelle hatte ORDENTLICH Appetit! 2 Mäuse hatte sie bereits verspeist, als sie meinen Lillauren-Blinker nahm! Wahnsinn, was in so ein Tier alles reinpasst! Für den nächste Urlaub wird gekauft: Maus-Imitat!

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Tag 7: Wieder auf der Nordlandsruta. Aber Vorsicht – immer nur 1 Person auf einmal auf die Brücke 😉 Sehr beruhigend…

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Trockenen Fusses über Bäche will gelernt sein!

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Goldbarren

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Ein beeindruckendes Rentiergeweih!

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Da kommen sie, die dunklen Wolken. Und just als wir uns zur Brotzeit hinsetzen, fings wieder an zu Regnen…Super.

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Grün + Grau = Norwegisches Inland

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Tag 8: Tour um den Røssvatn. WAHNSINN!

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Was für ein Abschied von unserem Traumort…

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Auch am Polarkreis ist es bunt. Wir müssen aber leider packen.

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Am nächsten Tag sollte es über Karesuando nach Nordreisa gehen! Ans MEER  – und an Fjellseen 😉

Aber 2016 ist schon wieder in trockenen Tüchern!….naja, mal sehen, obs dann trockener wird 😉

Se oftere mot Nord!

13 Jan

Er war endlich wieder da. Der Sommerurlaub.

Gut – seit der letzten Norwegenreise waren gerade einmal 7 Wochen vergangen. Aber auch die können verdammt lang sein, wenn sich das Skandinavienfieber mal wieder richtig breit gemacht hat.

In Kiel angekommen, stärkten wir uns wie üblich mit einer Würstchensemmel. Die Fahrt von Niederbayern ist aber auch so weit – da kann man schon mal hungrig werden.

Am Hafen wartete die Fähre nach Göteborg – und das Büffet.

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Das war wie immer vorzüglich. Wein & Bier inklusive – das ist echt KLASSE!

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Meeresfrüchte satt. Die kamen kaum mehr aufs Foto, so schnell waren die ersten Teller mit Kräftor, Lachs, Muscheln, Reker, gekochtem Lachs & Co. verputzt.

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Die Überfahrt war ruhig und am nächsten Abend erwartete uns ein niedliches Häuschen in Åsarna. Da ging es allerdings buchungstechnisch etwas chaotisch zu. Mal sehen – das wird 2016 wohl nicht mehr gebucht. Zu unsicher irgendwie. Aber ein schönes Fleckchen Erde mit einem großen See, der das Jucken in den Fingern gleich wieder stärker werden ließ.

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Åsarna

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Nach einer Portion Schweinebratenrilette, das uns ein fürsorglicher Freund noch mitgegeben hatte, machte sich schon bald wieder Hunger breit. Der übliche Zwischenstopp bei Sibyllas in Storuman durfte nicht fehlen. Spitzenburger zu guten Preisen. Anbefales.

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An Tärnaby vorbei bogen wir Richtung Hattfjelldal ab. Über die „grüne Grenze“ gings endlich nach Norwegen! Da sieht man auch schon das Grenzschild…Ja, wirklich. DAS ist die Grenze 😉

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„Home sweet home“ – Endlich in Hattfjelldal! Schnell Auto ausgepackt, Angelsachen zusammengebaut und ab ans Wasser. Die ersten 9 Tage Süßwasserparadies dürfen kommen! Forellen, Saiblinge – hier wären wir!

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Lange dauerte es nicht. Dem Blinker konnte diese schöne Forelle aus dem Røssvatn nicht widerstehen. Wohlgemerkt – auf einer überfluteten Wiese.

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Als dort nichts mehr ging, liefen wir noch schnell zu einem Bergsee hinauf. Die am Urlaubsanfang etwas mangelnde Kondition machte sich stark bemerkbar! Aber gelohnt hat sichs. Und irgendwie müssen wir die Fitness ja wieder antrainieren, um die nächsten Tage und Wochen die Saiblingsseen wieder gut zu erreichen.

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The best is yet to come….

Königsfischen 2015 – MISSION ACCOMPLISHED

12 Mai

MISSION ACCOMPLISHED.

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Wahnsinn.

http://www.kfv-vilsbiburg.de/

Königskarpfen

Sie ließen mich nicht im Stich! 🙂 Königskarpfen, 5250 gr

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GruppenfotoEhrung   Die gleichen Gene 🙂 1988_Eckinger_Fritz

Vesterålen – nok en gang!

10 Feb

Nun war es also Fakt. Wir waren nur noch zu zweit unterwegs.

Schweren Herzens ging die Fahrt weiter, vorbei an Uløya und Rotsund, mit dem Ziel „Vesterålen“.

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Grandioser Blick auf die Lyngsalpen. Echte Wildnis – Berge, die vielleicht noch nie zuvor ein Mensch erklommen hat. Unberührte aber auch unerreichbare Täler. Dieser Gedanke fasziniert mich in einer Welt, in der Menschen schon überall ihren Fuß gesetzt haben, zunehmend.

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Norwegen pur.

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Die warme Theke lieferte wieder ein Grillhähnchen. Das dazu erstandene Brot war allerdings – wie so oft in Norwegen – kaum essbar.

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Nach entspannter Fahrt waren wir schließlich am Ziel. Auch Mama war gut angekommen – Erster Klasse, versteht sich 😉 Wir packten unsere Sachen aus und fielen hundemüde ins Bett.

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Am nächsten Tag wurde fleissig weitergepackt, Angelzeug montiert, Frühstück gemacht, Brotzeit zubereitet,….

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Und es funktionierte gleich ganz gut. Keine Riesen, aber guter „matfisk“ – perfekt für die Pfanne.

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Die Sonne schien auch. Was will man mehr? Naja…gut, etwas größer dürften sie schon sein.

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Doppelpack!

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Die Hurtigrute schaut regelmäßig vorbei. Also immer schön auf die Fahrrinne achten!

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Der ein oder andere größere Sei biss auch.

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Abendstimmung auf den Vesterålen. Wie so oft hielt die Marine auch diesmal wieder eine tagelange Übung vor unserer Haustür ab. Mir wären Fischkutter lieber als Kriegsschiffe… :/

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Ein stärkendes Abendessen wurde gleich in großer Menge zubereitet. Ohne Chefin ist das Ganze nicht so leicht…um ehrlich zu sein. Organisation und Haushalt sind eben nicht so unser Ding.

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Am nächsten Tag schien erneut die Sonne. Wundervoll!

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Ein kleiner Rotbarsch – hübsche und schmackhafte Fische! Man muss sich nur die Arbeit des Filetierens auferlegen. Paniert jedoch besser als jeder Seelachs!

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Diese Tage…Erholung durch und durch.

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Angeln in leichter Sporthose mit Lofotenpanorama im Hintergrund.

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Spätsommer im hohen Norden.

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Hafen im Abendlicht.

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Ohje…Wie wir von Einheimischen einst hörten und schon oft am eigenen Leibe erfahren „durften“, ist es immer ein schlechtes Zeichen, wenn die Wolken über die Møysalenkette ziehen.

Fjellene hoppet som værer, Haugene som unge lam.“ (Samenes bok, 114:4)

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Der folgende Tag war geprägt von Regen und Wind. Wie gut, dass wir eh einkaufen mussten. Bier war alle. Auf dem Rückweg hielten wir noch kurz am Straßenrand.

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Überraschenderweise dauerte das miese Wetter aber nur einen Tag. Sehr sehr außergewöhnlich. Per Facebook bekamen wir mit, dass Bekannte auf Senja gleichzeitig etwas mehr Windprobleme hatten. Dafür unter dem Strich aber besser fingen… Ihr wisst, wen ich meine 😉

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Viel los war an diesem Tag nicht. Fische in Speisegröße, aber nichts wirklich Erwähnenswertes.

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Abends bot sich dafür wieder ein Spektakel der besonderen Sorte. In der Polarlicht-Vorhersage auf yr.no sahen wir bereits, dass es heute ganz gut werden könnte. Also immer wieder aus dem Fenster schauen, mit Kamera im Anschlag. Und warten, bis sich langsam erste Schwaden bilden 🙂

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Und ab ging die Post!

 

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Auch im Spätsommer wird man mit Nordlicht belohnt. Man muss nur in den klaren Himmel blicken.

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Wie der klare Himmel am Abend zuvor schon verheissen ließ, begrüßte uns Morgens wieder ganz netter Himmel – und was mir am wichtigsten ist – ruhige See!

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Nicht nur das Wetter war uns an diesem, unserem letzten Tag, geneigt.

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Die Fische bissen!

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Auch die Seeadler waren unterwegs.

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Ein Pärchen ließ uns ganz nahe heran.

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Dann schlug Brüderchen nochmal richtig zu!

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Er landete einen dicken Dorsch von 14 Kilo. Warum zur Hölle fängt er eigentlich immer die dicken Brummer??

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Ein toller letzter Tag ging zu Ende.

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Farvel! Vi ses i 2015!

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Es wurde ein langer Abend. Angelzeug auseinander bauen, zusammenpacken, putzen, etc.

Ohne Chefin – wie gesagt – alles gar nicht so einfach!

Am nächsten Tag gings weiter auf die Insel Dønna – Premiere für uns.

“Wherever you go becomes a part of you somehow.”

6 Feb

Wherever you go becomes a part of you somehow.

Bei wohl kaum einem anderen Ziel (außer vielleicht den Vesterålen) trifft dies so zu, wie hier.

An jenem herrlichen Fleckchen Erde haben wir die schönsten Urlaube verbracht, viele Jahre lang, zusammen – als vollständige Familie. Es dauerte etwas, bis wir es übers Herz brachten, dort wieder eine gewisse Zeit zu verbringen. Aber nun ist die Barriere eingerissen und die schönen Erinnerungen haben sich Platz geschaffen.

Hinzu kommt, dass dort unsere ausgedehnte Familie wohnt. Unsere „Vermieter“ sind schon fast wie Oma & Opa für uns, richtige Freunde. Wir schreiben uns und verstehen uns blind. Es ist einfach wundervoll, geradezu unbezahlbar, solche Menschen kennen zu lernen.

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Elise hatte uns auch schon Waffeln mit selbstgemachter Erdbeermarmelade bereitgestellt. Ich könnte sie wirklich permanent umarmen.

Und bei dem Ausblick – wo auf diesem Erdball sollte es besser schmecken?

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Abends gings gleich nochmal ans Wasser. Da das Boot etwas umständlich an einer Boje vertäut liegt, versuchten wirs nur vom Ufer aus.

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Es war ob der flachen Uferzone nicht ganz einfach, ohne schlimme Hänger durchzukommen, aber es ging.

Mit Erfolg.

Es dauerte keine 10 Minuten.

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– und die Meerforellenkönigin hatte zugeschlagen 😉

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Aber es blieb nicht bei einem Silberbarren. Kugelrund gefressen liessen sie sich nicht lange bitten. Sobald man eine springen sah, hatte man sie bald am Haken.

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Zusätzlich zu den tollen Fängen bot sich uns ein wunderbarer, stimmungsvoller Abend.

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Obwohl wir uns in Nordnorwegen am Meer befinden, liegt unser alleiniges Ziel nicht in der Salzwasserfischerei. Man kann in dieser Gegend eben auch so herrlich wandern, mit Seen und Flüssen, Forellen und Saiblingen. Da das Wetter wieder ausgezeichnet war, steuerten wir in Richtung Finnmarksvidda, über das Kvænangsfjell.

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Über einen Wanderweg, der doch stark an ein Setting aus „Herr der Ringe“ erinnerte, ging es hinauf an den Rande der Finnmarksvidda.

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Himbeeren Mitte August…ob die noch was werden?

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Am Zielsee angekommen.

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Frustrierend! Mehrfach interessierten sich Saiblinge für unsere Spinner und Blinker, aber außer 2 Miniaturausgaben wollte keiner so richtig beissen. Auch auf den sonst so sicheren Wurm klappte es nicht.

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Obwohl wir ohne Beute blieben, verloren wir die gute Stimmung nicht und machten uns auf dem Heimweg.

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Norwegische Strassen –  da kann schon mal ein Berg herunterpoltern. An sich lässt sich das wohl nicht verhindern – ABER man stelle fest: Diese Felsbrocken lagen dort fast drei Monate! Statens Vegvesen brauchte nahezu DREI Monate, um die Steinchen zu beseitigen!!! Ich weiss, da kommt der Deutsche wieder durch – aber hey, ein bisschen Arbeit hat noch keinem geschadet…

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Abendstimmung am Kvænangsfjell.

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Hier kann man bereits die seltsamen Wolkenwände erkenne, die langsam über den Fjord krochen.

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Norwegen pur.

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Na, da ist er ja endlich – der Nebel, inklusive schlechtem Wetter.

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Abends gab es aus Ermangelung eines Saiblings eine Meerforelle mit Fenchel und Couscousgemüse. Kann man auch durchgehen lassen 😉

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Finnische Salsa mit RUMMMS, in Mexiko hergestellt – das merkte man an der Schärfe! PUH!

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Aufgrund der Wolken kam auch die Dunkelheit über die ansonsten recht helle Nacht.

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Wohl sei dem, der bei diesem Wetter ein warmes, gemütliches Häuschen hat.

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Auch tags darauf war es ungemütlich. Kalt und nass.

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Wir unternahmen eine Tour ins Reisadalen. Dieser Ausflug bescherte uns immerhin ein paar Steinpilze, saure Himbeeren und tropfnasse Kleidung…

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Übrigens – dieses Telefonbuch umfasst komplett Troms, die Finnmark UND Spitzbergen 🙂 Recht dünn, wie ich meine…

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Das Wetter besserte sich leider kaum. Glücklicherweise blies der Wind am nächsten Tag deutlich schwächer und eine Ausfahrt in unserer kleinen Nussschale war möglich. Nachdem wir kurze Zeit am Ufer entlang schleppten, hörten wir auch schon die erste Meerforelle springen. Und wie zuvor von Land aus, biss sie umgehend.

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Auch Brüderchen hatte Erfolg!

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Wolkenberge zogen dramatisch durch die Fjorde und es kündigte sich ein drohender Regenguss an.

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Da nach mehreren Schlepprunden die Aussicht auf weitere Forellenfänge immer geringer wurde, stellten wir auf Naturköder um. Steinbeißer hatten uns hier noch nie im Stich gelassen. So auch diesmal.

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Auch ich konnten endlich einen etwas größeren Steinbeißer erbeuten. Bisher hielt sich die Fanggröße dieser Spezies bei mir eher in Grenzen…

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Nach ca. zwei Stunden Angeln lagen ein großer Lumb, drei Steinbeißer sowie drei Meerforellen in der Fischkiste. Eine wilde Mischung.

Da kann man schon mal zufrieden sein!

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Abends gabs dann natürlich gleich frischen Steinbeißer in Kapernbutter mit BBQ-Kartoffeln. Unvergleichlich!

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Es blieb – sagen wir mal – ungemütlich. Der Wind wurde erneut stärker und jagte Regenwolken über den grauen Himmel. Wir brachen zu einer Wanderung auf, die wir bereits gut kannten. Ein angenehmer Pfad führt zu einem Bergsee, der einen Blick auf den Reisafjord einerseits sowie die Lyngsalpen andererseits bietet.

In dieser grandiosen Natur wird einem immer wieder bewusst, wie klein der Mensch doch auf diesem Planeten ist.

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Der Reisafjord

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Am Ziel angekommen, im Hintergrund die Lyngsalpen.

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Unsere Angel- und Wanderaktion brachen wir aber ob der Kälte bald wieder ab. Friert man trotz Windschatten und warmer Kleidung permanent am ganzen Körper, macht die Aktion einfach keinen Spaß.

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Auf dem Rückweg fanden wir aber immerhin noch Steinpilze, die umgehend in die abendliche Vorspeise verwandelt wurden. Dünne Pilzscheiben, kurz mit Käse und Thymian übergrillt. Ein Gedicht!

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Sollten wir wirklich das gesamte gute Wetter bereits in der ersten Woche aufgebraucht haben? Na, das werden ja noch schöne 3 1/2 Wochen…

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Zwar würde man bei einem solchen Wetter keinen Hund vor die Türe jagen, aber im Haus zu bleiben, war auch keine Lösung. Also entschieden wir uns für einen Ausflug nach Skjervøy.

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Circa 15 Euro für eine Fleischsuppe mit Brot. Muss ich mehr sagen?

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Das hübsche und sehr einladende „Hotel Maritim“. Sowjetstyle par excellence.

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It was like hiking into a Hemingway story; everything was sepia-toned and bristling with subtext.”(Leslie What)

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Habe ich ehrlich gesagt in Norwegen auch zum ersten Mal gesehen: Fangkörbe für Königskrabben. „Deadliest Catch“ lässt grüßen.

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Der Ort hat wohl schon bessere Zeiten gesehen.

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Gegen Abend wurde das Wetter wieder etwas freundlicher und wir versuchten unser Glück vom Ufer aus. Besuch bekamen wir von einem Seeadler, der sich von einer Möwe ordentlich ärgern ließ.

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Und? Geht was?

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Jo, läuft.

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Besser kann der Tag nun wirklich nicht enden!

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Zur Belohnung gabs noch ein Familienrezept: Rinderbraten mit Karottensoße. Das in Finnland erstandene Fleisch war wieder einmal von ausgezeichneter Qualität.

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Voller Tatendrang starteten wir in den nächsten Tag. Denn welch Wunder – die Sonne schien!

Euphorisch machten wir das Boot klar und schleppten los. Die selbsternannte Meerforellenkönigin schnappte sich auch gleich den ersten Silberbarren.

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Begleitet wurden wir erneut von der ortsansässigen Adlerfamilie.

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Leider hatte ausgerechnet der Wind noch nicht genug von uns… Er fing immer stärker an zu wüten und wir mussten die Tour bald abbrechen.

Also rein in die Bergschuhe und rauf aufs Fjell.

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Blick über unseren Fjord.

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Zauberhafte Lichtstimmungen im Norden.

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Blick auf den Reisafjord.

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Die Sonne genießen!

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Familienfoto für die heimische Bildergalerie 🙂

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Uløya ragt zwischen den Hügeln hervor.

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Nach dem Abendessen – paniertem Seelachs – gings nochmal ans Ufer.

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Sobald es dunkler wurde, beruhigte sich üblicherweise auch der Wind.

Stille. Nichts zu hören außer dem Plätschern des Wassers und der ein oder anderen Möwe.

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Wind Wind Wind. Was soll man machen? Tja, dann wird eben gewandert.

Wenn wir nur gewusst hätten, dass dieser Tag den Urlaub verändern sollte…

Was uns bevorstand, ist wohl der Albtraum eines jeden Wanderers!

Der „Weg“ – wenn man ihn denn so bezeichnen kann – führt kurz vor Storslett hinauf zum „Arnevatn“.

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Am Nachbarsee angekommen.

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Klappte ausgezeichnet – wie im letzten Jahr bissen die Saiblinge verlässlich.

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Die Tiere erreichen in diesem Gewässer keine beeindruckende Größe, da der Bestand wohl zu dicht ist und unter Inzucht leidet. Aber schön sind sie allemal – und durchaus schmackhaft!

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Absolute Wildnis! Hier finden sich nicht einmal mehr Wege oder Pfade.

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Bezaubernde Flora und Fauna.

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Nach Umrundung des Sees und mit über zehn akzeptablen Saiblingen im Gepäck, ging es wieder bergab.

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„Bergab“ ist diesem Zusammenhang auch wörtlich zu nehmen. Denn auch mit dem erholsamen Urlaub sollte es gleich vorbei sein. Kurz nach dieser Aufnahme stürzte unsere Mutter nämlich schwer.

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In rutschigem Terrain ist es schnell passiert. Trotz festem Schuhwerk, Fitness und Aufmerksamkeit ist niemand davor gefeit.

Mein Bruder und ich gingen voraus und plötzlich hörten wir sie schreien. Sie schrie und schrie und schrie. Da sie das absolute Gegenteil eines empfindlichen Menschen ist, war uns gleich klar, dass es sich um eine schlimme Verletzung handeln musste. Auch sie war sich bewusst: „Da ist was kaputt“. Es bestand keine Chance, sie ins Tal zu befördern. Was also tun?

Glücklicherweise hatten wir Empfang dort oben – nicht gerade selbstverständlich. Ich rief also die Polizei an, die alle Daten aufnahm und die Aktion an die Bergwacht vor Ort weiterleitete. In etwa einer Stunde seien sie da. Wir warteten, versuchten Mama irgendwie warm zu halten, da es allmählich kälter und kälter wurde. Die Sonne verschwand hinter den Bergen. Es ist furchtbar, einen Menschen, den man liebt, mit derartigen Schmerzen und völlig verzweifelt vor sich zu sehen – und ihm nicht helfen zu können!

Als wir endlich die Rettungsmannschaft ankommen sahen, stellte diese sofort fest, dass es unmöglich wäre, sie auf einer Trage hinunter zu bringen. Der Pfad war einfach zu steil und unwegsam.

Einzige Möglichkeit: der Rettungshelikopter musste her.

Eine dramatische Situation. Für uns alle.

Die Retter waren sehr nett, gaben uns Decken und redeten uns gut zu.

Als nach einer Ewigkeit endlich der Hubschrauber kam, waren wir erleichtert.

Doch die nächste Herausforderung wartete schon auf die Sanitäter. Wo sollte der Helikopter landen? Es war ja alles steiler Fels und nasses Moor. Sie fanden schließlich einen Landeplatz und beförderten nach einigen Schwierigkeiten Mama unter Schmerzen dorthin. Während mein Bruder mit der Bergrettung nach unten wanderte, flog ich mit unserer Patientin in die nächste Arztstation in Storslett. Dabei musste sie MIR aber die Hand halten – Flugangst 😦

Ich habe mir meinen ersten Heli-Trip auch irgendwie anders vorgestellt. Die Aussicht war allerdings absolut grandios! Norwegen von oben – Wahnsinn!

Die Behandlung war insgesamt eine Vollkatastrophe. Wir sollten am nächsten Tag wieder zum Röntgen kommen. Es sei aber wohl nichts gebrochen. Mama hatte irrsinnige Schmerzen. Dagegen bekam sie – Voltarentabletten….

Wir kamen also tags darauf wieder und die Röntgenaufnahme zeigte: Bruch des Schien- UND Wadenbeins, komplizierter Spiralbruch. Kommentar des Radiologen: „Tja, der Urlaub ist jedenfalls vorbei.“ Nach einem Skype-Gespräch mit einem Orthopäden in Tromsø stellte sich heraus, dass man uns dort nicht aufnehmen wollte. Eine OP musste her – und dazu sollte Mama nach Hause fliegen. Sie hätten keinen Platz, nicht einmal für eine ordentliche Untersuchung. RUMMMS. Das saß. Uns wurde nun endgültig bewusst, dass der Urlaub 2014 für sie beendet war.

Eine Aushilfe der Krankenstation, ein schwedischer Neurologe (alle anderen Ärzte waren IM URLAUB!), verpasste meiner Mutter dann ohne Betäubung einen provisorischen Gips. Sie schrie wieder herzzerreissend!!! Kinderkriegen wäre im Vergleich dazu ein Spaziergang gewesen, meinte sie später. NACHDEM sie den Gips erhalten hatte, bekam sie dann noch eine Morphiumspritze verpasst, wurde uns völlig auf Drogen in den Arm gedrückt und wir wurden weggeschickt. Doch damit nicht genug: Nun fingen die Verhandlungen mit der Versicherung an.

Von unseren Freunden erhielten wir alle nur erdenkliche Hilfe. Wir bekamen Moltebeerkuchen, Lefser, sie kochten uns Essen und vereinbarten Arzttermine.

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Trotz privater Auslandskrankenversicherung zogen sich die Telefonate über Tage! Mama musste auf einer harten Couch nächtigen, täglich eine Thrombosespritze erhalten und irgendwie von uns aufgemuntert werden. Eine besch….. Situation, die massiv an unser aller Nerven zehrte.

Mit einer Falukorv brachten wir sie immerhin dazu, etwas zu essen.

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Nach ewigen Verhandlungen und offensichtlichen Planungspannen seitens der Versicherung wurde sie endlich am Flughafen in Storslett abgeholt. Die Versicherung bekam es tagelang nicht auf die Reihe, die Angelegenheit zu klären, einen Flug mit passenden Sitzen zu reservieren oder überhaupt ein Hotel für den anreisenden deutschen Krankenpfleger zu finden! Dabei sei erwähnt – direkt neben dem Flughafen ist ein Hotel, das auch bei Google Maps umgehend erscheint… Glückerweise handelte es sich dann um einen sehr freundlichen Sanitäter aus Deutschland, der sie in Empfang nahm.

Wir waren zwar traurig, sie verabschieden zu müssen, aber auch froh, sie in guten Händen zu wissen.

Wir beschlossen zusammen mit Mama, dass wir zu zweit den Urlaub fortsetzen sollten. Wirklich helfen würden wir ihr zuhause nicht können, meinte sie. Wir sind ihren/unseren grandiosen Freunden wirklich sehr dankbar, dass sie sich zuhause derart fantastisch um sie kümmerten!

Als wir wieder zuhause waren, fand ich übrigens heraus, dass der überaus nette, fesche Arzt des Rettungshelikopters eine Berühmtheit in Norwegen ist. Mads Gilbert – googelt ihn! Lebensretter & Palästinaaktivist – für mich ein echter Held 🙂

Wir packten also unsere Sachen, verabschiedeten uns von unseren Freunden und zogen weiter auf die Vesterålen!

 

 

 

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